Eurodistrict Saarmoselle
 

Erklärung des Eurodistrict SaarMoselle am 15.06.2020

Erklärung des Eurodistrict SaarMoselle anlässlich der Aufhebung der Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Frankreich am 15. Juni 2020

 

am Montag, den 15. Juni 2020, fand anlässlich der Wiederherstellung der Freizügigkeit und der Aufhebung der Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Frankreich ein Treffen der Vertreter des Eurodistricts SaarMoselle auf der Freundschaftsbrücke zwischen Kleinblittersdorf und Grosbliederstroff statt.

 

Bereits zwei Monate zuvor hatten sich die Bürgermeister der Eurodistrict-Grenzgemeinden an die deutsche und französische Regierung gerichtet, um eine schnelle Öffnung der Grenzen sowie gelebte Freundschaft und Zusammenhalt in der Krise zu erreichen. (zum Appell)

 Erklärung 15.06.20 Presse

Den deutschen und französischen Repräsentanten des Eurodistricts war es wichtig, den Tag der Grenzöffnung mit einem symbolischen Akt zu begehen. „Wir freuen uns, dass nach Monaten, in denen unsere Region durch weitgehend geschlossene oder kontrollierte Grenzen gespalten war, wir heute einen großen Schritt in Richtung Normalität gehen. Jetzt müssen wir in die Zukunft blicken und unsere weitere Zusammenarbeit verbessern. Unter anderem fordern wir einen grenzüberschreitenden Zukunftsfonds zur Stärkung der Grenzregion", so Uwe Conradt, Saarbrücker Oberbürgermeister und Präsident des Eurodistricts, und Gilbert Schuh, Vizepräsident und Bürgermeister der Gemeinde Morsbach.

 

In der verlesenen Erklärung verwiesen Präsident und Vizepräsident gemeinsam mit Rainer Lang, Bürgermeister von Kleinblittersdorf, und Pascal Weisslinger, Bürgermeister von Grosbliederstroff, erneut auf die zahlreichen Beeinträchtigungen, die für die Einwohner des Eurodistricts mit der Grenzschließung einhergegangen waren. In einem grenzüberschreitenden Lebensraum mit vielfältigen Verflechtungen familiärer, kultureller und wirtschaftlicher Natur wäre es wichtiger gewesen, die in der Corona-Krise geltenden Regeln miteinander abzustimmen als die Grenzen zu schließen.

 Erklärung 15.06.20 Vertretter Brücke

Einschränkungen wie in den vergangenen Wochen und Monaten seien im Falle einer neuen Krise nicht erneut hinnehmbar. Darauf zielen auch die in der Erklärung klar formulierten Forderungen ab: Hinzuziehung der Grenzregionen und des im Rahmen des Aachener Vertrags eingesetzten Ausschusses für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, bevor so weitreichende Entscheidungen wie eine Grenzschließung beschlossen werden, spezifische Regelungen für den Grenzverkehr in grenzüberschreitenden Ballungsräumen wie dem Eurodistrict SaarMoselle, eine Zusammenarbeit der Krisenstäbe unter Beteiligung des Eurodistricts, gegenseitige medizinische Hilfeleistung über die Grenze ohne bürokratische Hürden. Staatssekretär Roland Theis dankte dem Eurodistrict für sein Engagement in der Krise und betonte, dass die Grenzregion einen Körper bilde, den man nicht entzweien könne, ohne dass dieser zugrunde geht. Christophe Arend, Abgeordneter aus dem 6. Wahlbezirk der Moselle in der französischen Nationalversammlung, unterstrich seinerseits die Bedeutung der Solidarität in unserer Region. Diese sei ein wichtiges Erbe, dass wir an unsere Kinder weitergeben sollten. Nicole Gries-Trisse, Abgeordnete aus dem 5. Wahlkreis der Moselle, schloss sich diesen Äußerungen an. Man müsse aus der Vergangenheit lernen.

 

Im Anschluss an die Erklärung luden die politischen Vertreter zu einem Austausch im Rahmen eines deutsch-französischen Frühstücks vor dem Rathaus Kleinblittersdorf ein, um die „Rückkehr zur Normalität" einzuläuten.

 

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