Eurodistrict Saarmoselle
 

Seminar über die Beteiligung der Bürger am Aufbau der grenzüberschreitenden Agglomeration SaarMoselle

Sowohl in Frankreich als auch in einigen seiner Nachbarländer erlebt Europa derzeit eine tiefgreifende Infragestellung, die auf teilweise ähnlichen sozialen und ökonomischen Nährböden entstanden ist. Diese Krise verengt sich zusehends auf die Grenzproblematik, die von einigen Politikern instrumentalisiert und mit den Themen Migration und nationale Souveränität zusätzlich angefeuert wird.

 

Auf der anderen Seite verfügt Europa seit 25 Jahren über Programme für die europäische territoriale Zusammenarbeit mit etlichen ausgereiften Mechanismen und Instrumenten, die heute von den Grenzgebieten genutzt werden können. Seitdem wurden zahlreiche Schritte zugunsten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit unternommen, sowohl was Gouvernance-Strukturen als auch was die Arbeitsweise von Dienststellen und Einrichtungen betrifft, für die beträchtliche Finanzmittel bereitgestellt werden. Teilweise wurden Strategien erarbeitet, und man versucht, auf französischer Seite die grenzüberschreitende Dimension in den Orientierungs- und Planungsdokumenten immer stärker zu berücksichtigen.

 

Dennoch ist die Sichtbarkeit all dieser fachlichen und geistigen Errungenschaften für die Bewohner der Grenzgebiete gering, denn die diesbezüglichen Schritte sind häufig sehr fachspezifisch, wenn nicht gar technokratisch, und betreffen in erster Linie die Institutionen und einige sozioökonomische Akteure, die in punktuelle Projekte eingebunden sind.

 

In diesem Zusammenhang erschien es der Mission Opérationnelle Transfrontalière (Vereinigung der französischen Grenzgebiete) interessant, nach dem Stellenwert der Bürger in der territorialen und grenzüberschreitenden Dynamik an den französischen Grenzen zu fragen.

 

In Zusammenarbeit mit dem „Studieninstitut für Raumplanung und Regionalentwicklung in Europa" (IHEDATE) hat die MOT am vergangenen 29. und 30. Juni, parallel auf dem Gebiet des Eurodistricts SaarMoselle und dem von Dünkirchen an der Opalküste, ein Seminar zur Erörterung dieser Frage durchgeführt.

 

Um den Seminarteilnehmern des IHEDATE einen Eindruck von der grenzüberschreitenden Kultur der Region SaarMoselle zu vermitteln, wurden Besuche beim Fernsehsender MOSAIK sowie im Parc Explor Wendel abgestattet. Es fanden ebenfalls Treffen mit Maité Spohr zur Vorstellung der MOSA und mit Anne Funk vom Ministerium für Finanzen und Europa des Saarlandes zum Thema Frankreichstrategie statt. Während der drei Workshops zu den Themen Kultur, Bildung und Kommunikation haben angeregte Diskussionen stattgefunden. Der Eurodistrict möchte den Newsletter dazu nutzen, um sich bei allen Workshopteilnehmern aus dem Gebiet von SaarMoselle zu bedanken.

 

Das IHEDATE hat eine Analyse des Gebietes durchgeführt und Empfehlungen in Bezug auf die Einrichtung eines Experimentier-Rahmens für die Entwicklung eines urbanen Projektes und bezüglich der Einbindung von Bürgern in den Aufbau des grenzüberschreitenden Ballungsraumes ausgesprochen. Die Ergebnisse der Arbeiten des IHEDATE wurden am 7. Dezember in Paris vorgestellt und sind bald auf der Internetseite des Eurodistricts verfügbar.